Was der Nachthimmel uns lehrt: Die tiefgründige Bedeutung von Leere und Fülle

  • Sternenhimmel Bildquelle: Wikipedia

    Angeregt durch folgendes Zitat, entstand dieser Beitrag: „Meine Lehre ist keine Wissenschaft, die Wissen schafft. Sie ist eine Lehre, der Leere.“ Was sagt der Himmel dazu?

    Wenn wir bei klarer Nacht in den Himmel schauen, was sehen wir? Je nachdem, wo wir sind, nehmen wir eine Fülle von Sternen wahr. Doch, bei genauerer Betrachtung stellen wir fest, dass es mehr Leere gibt, als Sterne am Himmel. Die Sterne füllen sozusagen die Leere aus. Sie prägen den Nachthimmel, während der leere Raum kaum Beachtung findet. Ohne den leeren Raum wären die Sterne bedeutungslos, wir könnten sie nicht wahrnehmen.

    Jedoch gilt dies auch umgekehrt. Ohne die Sterne wäre der leere Raum ohne Bedeutung. Man könnte sogar sagen, dass er seelenlos wäre und alles verschluckt, wie es die Dämonen möchten.

    Das All hat andere Pläne und schenkt uns eine Fülle von Formen und Farben, ein Geschenk unendlicher Möglichkeiten. Vieles davon erschufen wir selbst, denn auch wir sind Kinder des Alls. Wir sind das All, alles und nichts.

    Wer die Leere nicht kennt, kennt auch die Fülle nicht. Also haben wir keine Angst vor der Leere und keine Angst vor der Fülle, denn sie bedingen einander. Schauen wir diese Nacht mit anderen Augen in den Himmel und schenken wir der Leere einmal unsere Aufmerksamkeit. <3

  • Die Leere, so wie sie sich mir zeigt, zeigt mir gleichzeitig wer ich wirklich bin. Ich bin der, der aus der Leere entstanden ist, sich von ihr getrennt hat und durch die Heimkehr mich als Leere wieder erkenne. Durch die Aufhebung der Trennung ist Fülle und Leere als Einheit wiedererkannt.

    Im getrennt Sein, wird die Leere als Bedrohung wahrgenommen, ohne zu wissen, dass wir nie ohne Leere existiert haben. Der materiell bezogene Geist kennt nur die gegenständliche Fülle und spricht über die Leere, als wäre sie irgendwo da draußen. In Wirklichkeit ist sie selbst im Körper eines Menschen unendlich größer als der sichtbare Körper. Wenn wir in das Universum blicken und den Raum Zwischen den Sternen betrachten, entspricht dies dem Verhältnis in unserem Körper. Ein Atom hat mehr Raum in sich als Materie. Sich der Leere bewusst zu werden, können wir in der Meditation erfahren, oder es geschieht einfach von selbst. Ich denke aber, wenn wir darauf zugehen, indem wir uns selbst erforschen, ist dies ein Prozess der uns mehr und mehr erkennen lässt, dass wir wie ein Komet in das Gravitationsfeld der Erkenntnis eintreten und dabei immer deutlicher spüren, der Wahrheit näher zu kommen. Wir erleben Momente der absoluten Freiheit und schlingern zwischen Zweifel und Klarheit hin und her, bis die Einheit alles durchdrungen hat. Was bleibt ist Erleuchtung, absolute Liebe.