Die Herausforderungen und Chancen des Älterwerdens: Eine Betrachtung des körperlichen und seelischen Abbauprozesses

  • Ich möchte etwas loswerden.

    Ist das so? Ja das ist so!

    Viele Menschen sehen im Alter vor allem den körperlichen Abbauprozess, der, zunächst unbemerkt, bereits ab der Lebensmitte beginnt.

    Mit der Zeit treten immer mehr körperliche Einschränkungen, Behinderungen und Störungen auf, die schließlich bis zur Pflegebedürftigkeit führen können.

    Zitat

    So gut wie es uns hier gerade geht, geht es den wenigsten.

    Dieses rein körperliche Geschehen wird heute von den meisten Menschen seelisch als belastend und als ein gewisser Verlust erlebt, ist es nicht so?

    Als ungewollte, schmerzliche und daher sinnlose Einschränkung des persönlichen Aktionskreises.

    An das Selbstwertgefühl mag ich ehrlich gesagt, gar nicht erst denken.

    Was mich beeindruckt.

    Es gelingt einigen, das Alter als Aufgabe zu sehen und die eigenen Lasten anzunehmen.

    Aber was noch viel bemerkenswerter ist - wenn man dem Altern, etwas positives abverlangt und das sehe ich.

    Ihr macht euch hier Gedanken die man als sinnvoll und berechtigt festhalten kann.
    Außerdem denke ich an euer Schicksal und die Ursache der Geschichten.

    Jeder Mensch geht seinen Weg des Altwerdens, oder?

    Und wie sinnvoll erachtet ihr, die schrittweise Lösung von einem hinfälligen Körper?

    Ich verzweifel also nicht, sondern spreche klare Worte auf, wie man dahin gelangt.

    Indem man sein eigenes Schicksal annimmt, bis man schließlich auch sein Sterben bejahen kann.

    Diese Haltung zu erlangen, darin liegt für mich die Aufgabe, die das Altwerden jeden Menschen stellt.

    Leben um zu Sterben um zu Leben um zu Sterben um zu ...

    Beides - Mein Heute.

    Außerdem erinnere ich daran, dass ich von einer Sache überzeugt bin.

    Es ist nur der Körper, der altert und dieser kann auf die Seele ausstrahlen, wie ein Schmerz ausstrahlt.

    Bei allem körperlichen Verfall... in uns allen gibt es diesen unzerstörbaren Anteil, seine eigentliche Persönlichkeit.

    Und seine geistige Individualität natürlich, die unberührt bleibt, auch wenn der Körper abbaut.

    Hinweis: Gerade dort, wo der Körper an Bedeutung verliert, kann sie als Realität bewusst ..- werden.

    Sterben kann in der Hinsicht wie eine Schwangerschaft erlebt -werden, der Tod als Geburt des geistigten Wesens - des Menschen.

  • Diese Gedanken sind wunderschön, danke dafür.

    Ich bin zwar erst 56, doch bin ich bereits gestorben und wiederauferstanden. Damit möchte ich ausdrücken, dass die Identifikation aufgelöst ist und dadurch ein neues Leben möglich ist. Da gehört auch dazu, die körperlichen Veränderungen wahrzunehmen, zu schauen, was die mit der Psyche zu tun haben könnten. Kann ich es ändern, tue ich es, wenn nicht, dann nehme ich es als universelle Botschaft an. Meine Augen werden schwächer, dann bedeutet dies, dass ich weniger lese. Indirekt könnte es ein Auftrag des Universums sein, jetzt mit dem Wissen und den Erfahrungen ans Licht zu gehen. Es gäbe viele solcher Beispiele, doch im Hintergrund werkelt nur ein Spirit: Im Einklang sein mit dem Hier & Jetzt.

    Manchmal frage ich mich, wer sich dieses Leben ausgedacht hat. Der Kreislauf von Kommen und Gehen kann schon schmerzhaft sein. Doch dann erinnere ich mich an den Ursprung, an das ALL-EINE und weiss, dass niemals etwas (wirklich) verloren geht.

    Stellen wir uns vor, dass das Meer der Ursprung allen Lebens ist. Dort gibt es Wellen, die unterschiedlicher nicht sein könnten. Du und ich, wir sind Wellen, die von äusseren Einflüssen geformt sind. Der Wind, das Klima, die Temperatur, ein Schiff oder auch Erderschütterungen beeinflussen, welche Form wir haben und wie gross wir sind. Uiii, ich bin eine Welle und soooo wichtig gerade. Bis es still wird und die Welle vergeht, dann sind wir einfach nur das Meer. Auch als Welle, wir sind niemals getrennt vom Meer und doch erfahren wir uns als Individuum. Ist das so?

    Im Bewusstsein, dass wir immer schon ganz sind, weil niemals getrennt vom Meer, steigt allmählich die Gewissheit auf, ewig zu leben. Verschmelzen wir mit dem Meer, sind wir auch mit (unseren) Lieben vereint - nur die Form vergeht, jedoch das LEBEN, dass wir sind, ist ewig.

    Eine Angst vor Veränderung oder vor dem Tod, das kenne ich nicht. Viele meine Nahestehenden kennen das auch nicht. Und doch würden sie auf eine ganz andere Weise erklären, wie sie die Angst überwunden haben, so wie keine Welle der anderen gleicht.

    Derzeit sind wir Wellen und es macht Spass, wie eine Welle zu leben - lebendig im Hier und Jetzt. <3

  • Lieber Shiva

    Du beschreibst das Altern so, wie es wohl keiner, der spürbar altert, selbst empfindet.

    So wie mein Neffe als kleiner Junge gerne seine Oma nachmachte und gebeugt hinkte und sogar das Totsein spielte. Wie solltest Du das auch wissen, dafür bist Du noch viel zu jung! Denk lieber über die Chancen Deiner Jugend nach! Das spürbare Altern kommt noch früh genug! ;)

    Liebe Grüße, Laura Maelle

  • Lieber FENIX

    Du beschreibst das Altern so, wie es wohl keiner, der spürbar altert, selbst empfindet.

    So wie mein Neffe als kleiner Junge gerne seine Oma nachmachte und gebeugt hinkte und sogar das Totsein spielte. Wie solltest Du das auch wissen, dafür bist Du noch viel zu jung! Denk lieber über die Chancen Deiner Jugend nach! Das spürbare Altern kommt noch früh genug! ;)

    Liebe Laura_Maelle

    vielen Dank für die einfühlsamen Worte.

    Ich werde darüber nachdenken und mich fragen, ob ich dir sagen sollte, woran man denken soll.

    Liebe Grüße.

  • Im Bewusstsein, dass wir immer schon ganz sind, weil niemals getrennt vom Meer, steigt allmählich die Gewissheit auf, ewig zu leben. Verschmelzen wir mit dem Meer, sind wir auch mit (unseren) Lieben vereint - nur die Form vergeht, jedoch das LEBEN, dass wir sind, ist ewig.


    Eine Angst vor Veränderung oder vor dem Tod, das kenne ich nicht. Viele meine Nahestehenden kennen das auch nicht. Und doch würden sie auf eine ganz andere Weise erklären, wie sie die Angst überwunden haben, so wie keine Welle der anderen gleicht.


    Derzeit sind wir Wellen und es macht Spass, wie eine Welle zu leben - lebendig im Hier und Jetzt. <3

    Da könnte ich von feinstofflicher Wahrnehmung reden.

    Zwei Universen, dessen Wände sich berühren, oder Teile die sich überlappen.

    Was die Dauerhaftigkeit angeht.

    Ich habe es auch nicht geträumt und genau darin lag die Beendigung meiner Selbstlosphase.

    7 Jahre lang, ging ich von Ort zu Ort und war auf der Suche.

    Auch kam ich vorher in eine Erkenntnis, die sich mit dem Nein befasste.

    Wie wichtig es ist, NEIN zu sagen - denn tut man es nicht, tut es der Körper für einen.

    Es kann außerdem ein Seegen und ein Fluch sein, vom ewigen Leben zu wissen.

    Denn unsere Entscheidungen, die werden wir mit ins Grab nehmen.

    So wie mein bester Freund der sich das Leben ganz bewusst, genommen hat.

    Er hat sich sozusagen, für immer, entschieden.

    Sorry, falls einer Gänsehaut bekommen hat.

    Das ist der Punkt um den es hier geht.

    Erkenntnis.

    Entscheidung.

    Und das war auch meine letzte Frage, im Geiste, als ich tod war.

    Was wollte ich - jetzt?

    Die Antwort?

    Ich wollte Leben.

    Gott habe ich das zu verdanken.

    Er ließ mich aus der schönsten Umarmung, die ich jemals erleben durfte, gehen.

    Aber die Kehrseite: Ich wollte so oft zurück dahin.

    Und heute fühle ich es, in der Stille.

    Aus Liebe.

    Bis heute, Liebe.

    Keine Erklärung.

    :kerze:

  • Altern und Sterben ist überhaupt nicht dasselbe. Gerade erlebe ich es in einem anderen Forum, wie ein 30-jähriger junger Mann berichtet, dass er sterben wird. Endstadium Krebs.


    Im Bewusstsein, dass wir immer schon ganz sind, weil niemals getrennt vom Meer, steigt allmählich die Gewissheit auf, ewig zu leben. Verschmelzen wir mit dem Meer, sind wir auch mit (unseren) Lieben vereint - nur die Form vergeht, jedoch das LEBEN, dass wir sind, ist ewig.


    Eine Angst vor Veränderung oder vor dem Tod, das kenne ich nicht. Viele meine Nahestehenden kennen das auch nicht. Und doch würden sie auf eine ganz andere Weise erklären, wie sie die Angst überwunden haben, so wie keine Welle der anderen gleicht.


    Derzeit sind wir Wellen und es macht Spass, wie eine Welle zu leben - lebendig im Hier und Jetzt.

    Das hast Du sehr schön beschrieben, Eisu! ( )

    Liebe Grüße, Laura Maelle

    Einmal editiert, zuletzt von Laura_Maelle (15. September 2023 um 18:40) aus folgendem Grund: Ein Beitrag von Laura_Maelle mit diesem Beitrag zusammengefügt.

  • "Es" braucht keine Erklärung. "Es" lebt in Dir und kann Dir von niemandem je wieder genommen werden. Du nimmst "Es" überallhin mit, wohin auch immer Du gehst. "Es" kennt kein Alter und keine Grenzen. "Es" kann weder gelernt noch gelehrt werden. "Es" ist das Leben und die Liebe selbst.

    Nein, das schrieb nicht ich selbst - woher sollte ich dies den wissen? "Es" schrieb sich wie von selbst. :kerze:

  • Also er weiß sozusagen schon heute, was morgen ist.

    Ja das erlebe ich auch immer wieder.

    So als wäre da irgendein Morgen.

    Schön wäre es.

    Er würde halt so gern weiterleben und kann es nicht akzeptieren. Aber er muss damit klarkommen.

    Ich wollte ihm Trost geben durch mein spirituelles und stoizistisches Wissen, aber er ist überhaupt nicht offen dafür und empfand es sofort als Angriff. Also zog ich mich zurück.

    Liebe Grüße, Laura Maelle

  • Nun, bei einem mir ans Herz gewachsenes Ehepaar ist vor 2 Monaten die Frau ebenfalls an Krebs gestorben.

    Wir hatten uns in den 70zigern kennengelernt als wir uns mit 3 Ehepaaren und 2 Singles ein großes Haus gemietet haben um da eine Meditationsgemeinschaft zu gründen.

    Sie hat ihren Tod bewundernswert auf sich genommen, hat für sich alles vorbereitet und sich für ihr Begräbnis eine Gartenparty gewünscht, so wie sie es fast jedes Jahr immer für den gesamten Freundeskreis in ihrem Garten arrangiert hatte. Es war eine sehr schöne (und auch ergreifende) Abschiedsparty gewesen, genauso wie sie es sich gewünscht hatte.

    Sie hat jetzt auch ihre letzte Ruhestätte in der Schweiz mit Aussicht auf den Thunersee mit den gewaltigen Bergipfeln von Eiger, Mönch und Junfrau gefunden.

    Ihre Mann, nebst Tochter mit Ehemann und Enkelin haben sie dort vor 2 Wochen hingebracht.

    Der Pfad der Erleuchtung ist ein Holzweg
    Man kann Menschen, die in Irrtümer verliebt sind, nicht zur Wirklichkeit bringen

  • Es war eine sehr schöne (und auch ergreifende) Abschiedsparty gewesen, genauso wie sie es sich gewünscht hatte.

    Sie hat jetzt auch ihre letzte Ruhestätte in der Schweiz mit Aussicht auf den Thunersee mit den gewaltigen Bergipfeln von Eiger, Mönch und Junfrau gefunden.

    Das ist sehr berührend zu lesen, lieber Sat Naam. Und diese Bergperspektive am Ende des Lebens war und ist mir auch sehr wichtig. Ich brachte meine Mutter eigens in eine Bergklinik, damit sie mit Blick auf die Berge sterben durfte.

    Liebe Grüße, Laura Maelle

  • Was mich beeindruckt.

    Es gelingt einigen, das Alter als Aufgabe zu sehen und die eigenen Lasten anzunehmen.

    Aber was noch viel bemerkenswerter ist - wenn man dem Altern, etwas positives abverlangt und das sehe ich.

    Mein Körper ist 68 doch mein mentales Empfinden ist wie es immer war. Ich war schon als Kind auf der spirituellen Suche und ich habe deshalb nichts gefunden, weil ich nicht wusste dass es mich findet. Ich habe in der Vergangenheit und in der Zukunft gesucht und wusste nicht, dass es die Gegenwart ist.

    Menschen die alt und krank werden, das kann schon in jungen Jahren passieren, kennen die Quelle nicht mit der sie verbunden sind. Für das Hier und Jetzt gibt es keinen Unterschied eines Alters. Der Körper altert, die physischen Gesetzt dafür kennen wir soweit. Doch wir kennen das Ganze, die Heiligkeit des Seins noch nicht. (Ich meine damit die Menschheit im allgemeinen) Wir sprechen zwar über die Erleuchtung, aber kennen die Essenz nicht. Da liegt noch ein weiter Weg vor den Füssen der Menschheit. Erleuchtung ist eine Quelle, die schon war noch bevor vor der Mensch war und sie ist Jetzt in diesem Moment. Kleinkinder, die gerade erst aus dieser Quelle kommen, sind noch mit ihr verbunden und mit den Jahren entsteht der Verlust, da wir uns in der Welt verlieren. Deshalb wird das Alter auch aus dieser Sicht definiert. Alter wird mit Verlust gleichgesetzt. Erst wenn sich die Verbindung zur Quelle für einen Menschen zeigt, wird erkannt, dass Jugend und Alter nur eine körperliche Erscheinung ist.

  • Das spürbare Altern kommt noch früh genug!

    Liebe Laura_Maelle , ich trete auch in die Phase ein, in der das Altern spürbarer wird, als bislang in meinem Leben. Der Körper ist nicht mehr so belastbar wie früher, aber die Gedanken werden klarer und auch der Sinn und das Empfinden für das Selbst wird bei mir deutlich stärker. Allerdings treten auch zunehmend Gedanken an das Ableben auf und ich merke, dass ich das mein Leben hier schon sehr vermissen werde :) Vor dem Tod selber habe ich keine Angst.

    Wie wäre es denn, wenn du selber auch ein paar deiner Gedanken darüber mit uns teilen würdest, wie du deinen Alterungsprozeß empfindest und selber damit umgehst? Vielleicht würde das auch der jüngeren Generation helfen, ihren Fokus im Hier&Jetzt zu halten, anstatt allzuviel über die Zukunft nachzusinnen, die einen ja so oder so früher oder später einholt - wie du es ja so schon ausgedrückt hast :)

    Eine aus sich heraus existierende, objektive Welt, also etwas, dass seine "eigene Natur" unabhängig von etwas anderem besitzt, ist eine Gedankenform, die nur in der Vorstellung existiert.